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"Gewaltig etwas ändern"

Heldenstein - Von der Decke des großen Saals des Haigerloher "Va Bene" hängt Faschingslametta. Darunter allerdings ist die Stimmung ernst. Die UWG Heldenstein hat zum Wahlkampfauftakt geladen und Georg Stöckl sagt: "Die Lage der Gemeinde ist sehr angespannt." Der Bürgermeisterkandidat verweist vor gut 50 Zuhörern auf Heldensteins Finanzen. Die 1,7 Millionen Schulden seien das größte Problem der Gemeinde.

Die UWG hat Bürgermeister Helmut Kirmeier und dessen Vorgänger als Schuldige der Misere ausgemacht. "Sehr, sehr schlecht" sei Kirmeiers Haushaltsführung gewesen, meint Gerhard Grochowski. Finanzwirt Stöckl dagegen sei "unser Haushaltsspezialist schlechthin".

Die Wahlkampftaktik der UWG ist nach diesem Problem-Lösungs-Prinzip gestrickt: Zuerst halten Grochowski und Klaus Nessler Bürgermeister Kirmeier und der CSU "Fehler", "Versäumnisse" und "Missstände" vor. Häufig habe die UWG diese durch Recherche aufgedeckt. Stöckl präsentierte, was er anders machen würde. "Ich möchte gewaltig was ändern!" Zum einen sei eine "neue Kultur" des Umgangs gefragt, meint Stöckl. Er würde Gemeinderäte und Bürger in den Entscheidungsfindungsprozess "mit einbinden, frühzeitig und in vollem Umfang informieren. Einzelinteressen dürfen nicht über dem Gemeinwohl stehen." Er setze auf Zusammenarbeit zum Wohle Heldensteins, etwa durch fraktionsübergreifende Ausschüsse.

Zum anderen will Stöckl die Gemeindepolitik ändern, was aufgrund der Finanzlage nötig sei. Wohn- und Gewerbegrund müsse die Kommune kaufen und anbieten, sagt Stöckl, damit Steuergeld nach Heldenstein fließe. Kirmeier habe die Gemeindeentwicklung, im Vergleich mit Nachbargemeinden und mit Blick auf den Autobahnanschluss, "völlig verschlafen" (Nessler).
Weiter auf Stöckls Papier: Der Geh- und Radweg in Lauterbach, die Ansiedlung eines Filialarztes, verbesserte Einkaufsmöglichkeiten und je nach Finanzkraft ein neues Trainingsfeld für die Fußballer. Den "Alten Wirt" sofort zu sanieren, wie es Kirmeier plane, wäre "finanzieller Harakiri". So sehr er sich die Sanierung wünsche: "Es gibt wichtigere Aufgaben."

Wie Stöckl plädiert Peter Huber, der für die UWG als Landrat kandidiert, für mehr Transparenz den Räten und Bürgern gegenüber und Sparmaßnahmen.

Quelle: http://www.ovb-online.de/muehldorf/gewaltig-etwas-aendern-3379 461.html

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